Mit digitalen Ansätzen den lokalen Tourismus in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern

Der Tourismussektor ist einer der Sektoren, die von der weltweiten Corona Pandemie am stärksten betroffen sind. Insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer ist der Einbruch problematisch, denn der global zunehmende Tourismus bietet viele Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung und ist eine Quelle für Einnahmen und Investitionen. Die Business Scouts for Development haben daher in ausgewählten Ländern eine Reihe von Maßnahmen entwickelt, um die Auswirkungen der Pandemie abzumildern und die nachhaltige Entwicklung weiter zu fördern.


Der Tourismus hat sich in vielen Ländern der Welt zu einem der größten und dynamischsten Sektoren des externen Wirtschaftswachstums entwickelt, denn mit der Zunahme des Tourismus gehen Einnahmen, Investitionen und infrastrukturelle Entwicklungen einher, mit positiven Spill-Over-Effekten auf weitere Branchen. Der Tourismus trägt so oftmals zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung von Ländern bei – vor allem, wenn es sich um Entwicklungs- oder Schwellenländer handelt.

Die anhaltende Corona-Pandemie führt dazu, dass die meisten dieser Länder mit dem Ausbleiben ausländischer Touristen zu kämpfen haben, was sich folglich auch sehr negativ auf die Wirtschaft und die Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung auswirkt. Daher ist es zum einen wichtig, den Tourismussektor in Schwellen- und Entwicklungsländern bei der Umsetzung von Präventivmaßnahmen zu unterstützen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Reiseziele für Touristen sicher zu machen und zum anderen die lokalen Tourismusanbieter im Sinne nachhaltiger Entwicklung darauf vorzubereiten, neue Märkte und Kunden in der Zukunft zu erschließen. Da virtuelle Schulungsformate leicht zugängliche Mittel sind, die ein breites Publikum erreichen, haben die Business Scouts for Development verschiedene digitale Unterstützungsmaßnahmen für den lokalen Tourismussektor in mehreren Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika angestoßen.

Die Business Scouts Tourism Academy

Eine dieser Maßnahmen ist die Business Scouts Tourism Academy, die gemeinsam mit der sequa gGmbH umgesetzt wird. In der virtuellen Trainingsreihe, die Ende August 2021 startet, können die teilnehmenden Unternehmen unter anderem lernen, wie sie ihren Unique Selling Point (USP) definieren und Elevator Pitches vorbereiten. Darüber hinaus können Fachleute, die ihre Online-Sichtbarkeit verbessern möchten, ihre Fähigkeiten im Bereich des digitalen Marketings verbessern. Auf leverist.de erfahren Sie mehr über die Angebote, die zunächst in englischer Sprache für Unternehmen in Bangladesch, Kambodscha, Äthiopien, Namibia, Ruanda und Uganda und ab September auch in französischer Sprache für Tourismusanbieter in Kamerun, Côte d'Ivoire und Senegal angeboten werden. Alle Kurse, die im Rahmen der Business Scouts Tourism Academy angeboten werden, sind kostenlos.

Genau zur rechten Zeit: Virtuelle Schulungen im Gastgewerbe

Auch im Gastgewerbe bietet das Business Scouts for Development Programm ein virtuelles Schulungsformat an, das vom renommierten Gastronomischen Trainingszentrum Koblenz durchgeführt wird. In acht Ländern weltweit können sich die Teilnehmenden der virtuellen Reihe in grundlegenden Hygiene- und Sicherheitsstandards schulen lassen. Diese Schulungen haben bisher mehr als 150 Multiplikatoren lokaler Verbände erreicht und werden bis Ende 2021 fortgesetzt. Während es für einige Partner des Gastgewerbes eine Auffrischung ihrer aktuellen Hygienepolitik und ihrer Hygienestandards in Zeiten der Pandemie ist, ist es für andere ein Novum. Die Durchführung eines vollwertigen und zertifizierten Kurses für Hygienemanager im Gastgewerbe wird bis Ende dieses Jahres fortgesetzt.

Stärkung des „Jobmotors“ Lateinamerikas

Auch in Lateinamerika unterstützen die Business Scouts den Tourismussektor mit virtuellen Trainingsformaten in dieser herausfordernden Zeit. Ein von den deutschen Kammern in Bolivien, Brasilien und Ecuador entwickeltes Trainingsangebot richtet sich an lokale Fachkräfte und Expert*innen, um die Widerstandsfähigkeit und Weiterentwicklung des wichtigsten „Jobmotors“ Lateinamerikas zu stärken. Reiseführer*innen, Reiseagenturen , Vertreter*innen von Hotels und Resorts, Destinationsmanager*innen und Mitarbeitende von Kleinst- und Kleinunternehmen lernen grundlegende Konzepte und gezielte Methoden kennen, um erste und weitere Schritte in Richtung eines nachhaltigen Tourismus zu gehen.

Darüber hinaus entwickelt die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Kolumbien auf Grundlage früherer Kooperationen mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Sequa Aus- und Weiterbildungskurse zu nachhaltigem Tourismus mit dem Schwerpunkt auf Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Lebensmittelversorgungsketten. In Zusammenarbeit mit der GIZ und finanziert durch den deutschen Branchendialog liegt der Fokus unter anderem auf der Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung und Begleitung von Veränderungsprojekten und der Förderung einer Wissenstransferstrategie nach dem Train-the-Trainer-Prinzip.

Das Programm

Die Maßnahmen im Tourismussektor finden im Rahmen der Arbeit des „Business Scouts for Development“ Programms statt. Die Business Scouts for Development sind als entwicklungspolitische Expertinnen und Experten in rund 40 Ländern der Welt tätig. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) beraten sie deutsche, europäische und lokale Unternehmen in entwicklungspolitischen Fragen und fördern verantwortungsvolles unternehmerisches Engagement durch Kooperationsprojekte.

Titelbild: © GIZ / Thomas Imo/photothek.net



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