Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit - gemeinsam für nachhaltige Lieferketten

Warum arbeitet die Entwicklungszusammenarbeit eigentlich mit Unternehmen zusammen? Und wie fördert sie damit nachhaltige Agrarlieferketten? leverist.de Projektmanagerin Andrea Donath berichtet im Podcast „Vom Feld ins Regal“ der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA), wie die Plattform leverist.de Unternehmen und Entwicklungszusammenarbeit hilft, nachhaltige Agrarlieferketten aufzubauen. Lesen Sie hier einen kleinen Ausschnitt aus dem Interview, die ganze Folge finden Sie hier .

INA: Kann Entwicklungszusammenarbeit nur mit der Wirtschaft zusammen funktionieren?

Andrea Donath: „Sicher nicht nur. Es gibt natürlich Bereiche, wo das gut zu prüfen ist und es auch feine Linien gibt, die man an der einen oder anderen Stelle ziehen sollte. Auf der anderen Seite glaube ich, dass wir deutlich mehr Synergien finden könnten, wo man sich gegenseitig befruchtet. Das heißt, wo Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit den Weg gemeinsam deutlich besser, erfolgreicher gehen können, als wenn es der eine allein täte.“

leverist.de Projektmanagerin Andrea Donath

INA: Woran liegt es, wenn das [Amrk: die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft] mal nicht funktioniert?

Andrea Donath: „Es gibt natürlich Bereiche, die sehr sensibel sind für das Einbinden von unternehmerischen Aktivitäten. Das Ziel von Unternehmen ist es, Gewinne zu mache. Das ist nicht das Ziel der Entwicklungszusammenarbeit. Mit der Entwicklungszusammenarbeit wollen wir insbesondere Wirkungen erzielen und das Leben der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern und die Ökosysteme entwickeln. […]

Es gibt sehr sensible und vulnerable Bereiche, wo man gut aufpassen muss. Es gibt aber mindestens genauso viele, wenn nicht sogar viel mehr Bereiche, in denen ich klar sagen würde: Unternehmen sind schneller, Unternehmen sind innovativer, Unternehmen sind am Markt und auch oftmals fast näher an den Menschen und wissen einfach wo die Zukunft hingeht. Auch in der Entwicklung ihrer innovativen Produkte richten sie sich dabei immer an den Menschen und an den Bedarfen aus.

Und da tun wir uns dann als Entwicklungszusammenarbeit manchmal schwer, schnell und rechtzeitig die guten, richtigen und innovativen Lösungen zu finden und auch entsprechend einbinden zu können. Und das wollen wir mit unserer Plattform leverist.de verbessern.“

INA: Was ist leverist.de und woher kam die Idee? Worum geht’s dabei?

„leverist.de ist eine digitale Matchmakingplattform, die Unternehmen Geschäftsmöglichkeiten im Kontext der internationalen Entwicklungszusammenarbeit aufzeigt. Das Ziel von leverist.de ist es, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit weltweit zu verstehen: Vor welchen Herausforderungen stehen wir? An welcher Stelle brauchen wir die innovativen Lösungen von Unternehmen? Das kann ganz konkret heißen, dass wir in unseren Landwirtschaftsprogrammen in Indien Farmer*innen oder Unternehmer*innen dabei unterstützen, alternative Verpackungsmaterialien für ihre Feldarbeit zu finden. Und dann suchen wir nach Unternehmen, die entsprechende Lösungen anbieten.

Auf der anderen Seite suchen wir für nachhaltig produzierte Früchte oder Produkte oft Abnehmer*innen auf dem deutschen oder internationalen Markt, die oftmals gar nicht wissen, dass wir den Kontakt zu den Produzent*innen haben. Das kann nachhaltig produzierter Kaffee oder Honig sein, oder auch Edelsteine aus Namibia. Wir wollen, dass dieses Suchen und Finden digital erleichtert wird und haben dafür die Plattform leverist.de entwickelt. So können wir klar aufzeigen: Was haben wir im Angebot? Wo sind wir auf der Suche nach innovativen Lösungen? Wer kann uns damit versorgen?“

[…]

Hören Sie den vollen Podcast hier.

Der Podcast „Vom Feld ins Regal“ der Initiative für nachhaltige Lieferketten“ beleuchtet verschiedene Aspekte der Entwicklungszusammenarbeit und gibt praktische Einblicke in Projekte rund um die Welt. Wie auch die Plattform leverist.de, wird der Podcast im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betrieben.

Headerbild: Marcin Jozwiak, Unsplash 2020

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